Manchmal muss man weg, um wieder Lust aufs Kochen zu bekommen!

Warum ich immer wieder nach Ägypten reise – und was ich kulinarisch mit nach Hause nehme.

Es gibt Orte, an die fährt man einmal.

Und es gibt Orte, zu denen man immer wieder zurückkehrt.

Ägypten gehört für mich definitiv zu Letzterem.

Ich war bereits mehrfach dort und trotzdem habe ich jedes Mal das Gefühl, wieder etwas Neues zu entdecken. Nicht unbedingt, weil sich das Land verändert hat, sondern weil man selbst mit jedem Besuch ein bisschen anders hinsieht.

Vielleicht liegt genau darin auch der Reiz des Reisens.

Einfach einmal raus

Gerade in der Selbstständigkeit merkt man manchmal gar nicht, wie sehr man im Alltag steckt.

Das nächste Event. Die nächste Planung. Einkäufe. Vorbereitungen. Rezepte. Rechnungen. Organisation.

Kochen ist für mich Leidenschaft und Beruf zugleich. Aber genau deshalb ist es wichtig, zwischendurch auch einmal Abstand zu gewinnen.

Sonst wird aus Leidenschaft irgendwann ein „Ich habe keine Lust mehr.“

Ein paar Tage nicht planen zu müssen.

Nicht zu überlegen, was als Nächstes vorbereitet werden muss.

Einfach sitzen, essen, genießen und den Kopf ein bisschen leiser werden lassen.

Und trotzdem nehme ich mich natürlich selbst mit in den Urlaub.

Denn die Köchin in mir macht keine Ferien.

Ägypten mit anderen Augen sehen

Wenn ich in Ägypten bin, faszinieren mich deshalb nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten. – Die meisten davon habe ich übrigens noch gar nicht gesehen.

Es sind oft die kleinen Dinge.

Ein Frühstück, das ganz selbstverständlich aus vielen verschiedenen Komponenten besteht. Frisches Fladenbrot. Hülsenfrüchte. Tahini. Aubergine. Kräuter. Gewürze. Zitrus. Süße Komponenten wie Datteln.

Und vor allem die Art, wie aus einfachen Produkten etwas unglaublich Aromatisches entsteht.

Das ist etwas, das mich an der orientalischen und besonders an der ägyptischen Küche immer wieder begeistert.

Sie muss nicht kompliziert sein, um intensiv zu schmecken.

Inspiration muss nicht laut sein

Ich glaube, Inspiration funktioniert beim Kochen oft viel subtiler, als man denkt.

Manchmal ist es nicht das spektakuläre Gericht, das man unbedingt nachkochen möchte.

Es ist ein Geschmack.

Eine Gewürzkombination.

Die Balance zwischen Säure und Süße.

Die Art, wie ein Gemüse zubereitet wird.

Oder die Erkenntnis, dass ein Gericht mit wenigen Zutaten vollkommen auskommen kann.

Solche Eindrücke bleiben.

Und irgendwann tauchen sie wieder auf.

Vielleicht Wochen später in meiner Küche.

Dann wird aus einer Erinnerung eine Idee. Aus einer Idee ein Versuch. Und vielleicht irgendwann ein neues Gericht.

Ich möchte nichts kopieren

Was ich aus meinen Reisen mitnehme, sind deshalb keine fertigen Rezepte.

Ich möchte die ägyptische Küche nicht kopieren.

Vielmehr nehme ich einzelne Elemente mit und lasse sie in meine eigene Küche einfließen.

Gewürze, Aromen, Zubereitungsarten und vor allem diese besondere Selbstverständlichkeit im Umgang mit einfachen Produkten.

Denn genau das passt auch zu meiner eigenen Küche: gute Produkte, klare Aromen und nicht mehr auf dem Teller, als wirklich notwendig ist.

Vielleicht braucht Kreativität manchmal Abstand

Und vielleicht ist das am Ende auch der eigentliche Grund, warum ich Urlaub so wichtig finde.

Nicht, weil ich danach unbedingt zehn neue Gerichte entwickelt haben muss.

Sondern weil ich danach wieder mit offenen Augen und einem freien Kopf in meine eigene Küche zurückkehren kann.

Manchmal braucht man Abstand, um wieder Lust auf das zu bekommen, was man eigentlich liebt.

Ich freue mich deshalb auf Ägypten.

Auf bekannte Orte und neue Eindrücke.

Auf gutes Essen, warme Abende und darauf, einfach einmal Gast zu sein.

Und ich bin gespannt, welche kleinen Ideen dieses Mal mit mir nach Hause reisen.

Denn eines weiß ich jetzt schon:

Die Koffer werden vielleicht irgendwann wieder ausgepackt sein. Die Inspiration bleibt.

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