Würde ich mich wieder für diesen Beruf entscheiden?

Es gibt Momente in der Küche, die vergisst man nie.

Momente voller Stress, Druck und Erschöpfung.

Momente voller Enttäuschungen, Wut und Unverständnis.

Aber auch Momente voller Stolz.

Dieses Gefühl…

…wenn der Service vorbei ist.

…wenn ein Gericht genauso auf den Teller kommt, wie man es sich vorgestellt hat.

…wenn Gäste begeistert sind.

Oder wenn man plötzlich merkt:

„Ich habe mehr geschafft, als ich mir jemals selbst zugetraut hätte.“

Die Küche hat mich verändert

Die Gastronomie verlangt viel von einem ab – mehr als die meisten von außen sehen.

Man arbeitet, wenn anderen frei haben.

Man stellt sein Privatleben grundsätzlich hinten an.

Man verzichtet auf freie Wochenenden.

Man steht stundenlang unter Druck.

Und trotzdem muss jeder Teller perfekt sein.

Du musst jeden Tag zu 100% abliefern – egal ob Du müde bist, Du körperlich an Deine Grenzen kommst oder Du überhaupt keine Lust mehr hast.

Körper und Geist müssen funktionieren; IMMER.

Es gibt genügend Tage, an denen mir mein Körper signalisiert – „Ich kann nicht mehr!“

Aber: Die Jahre in der Küche haben mich geprägt.

Aufgeben zählt nicht. Aufgeben gibt es nicht.

Ich habe gelernt, niemals aufzugeben

Wenn ich eines schnell gelernt habe, dann ist es folgendes:

„Es funktioniert immer – egal wie.“

Blicke ich heute auf meinen Weg zurück, dann bin ich unglaublich dankbar für alles, was ich bis jetzt erleben und lernen durfte.

Träume sind in Erfüllungen gegangen, mein Wissen hat sich erweitert und die ganze Arbeit hat sich gelohnt.

Ich durfte Teil der Jugend-Köchenationalmannschaft sein und habe die WM 2022 in Luxemburg gekocht.

Ich durfte an großen Wettbewerben teilnehmen.

Ich durfte meine eigene Handschrift entwickeln.

Jedes Mal, wenn über meinen Weg oder meine Gerichte berichtet wurde, war das für mich etwas ganz Besonderes.

Nicht wegen der Aufmerksamkeit. Sondern, weil es mir gezeigt hat:
„Die harte Arbeit hat sich gelohnt.“

Hinter jedem Erfolg stehen unzählige Stunden, die niemand sieht:

Frühe Morgen.

Späte Nächte.

Erschöpfung.

Selbstzweifel.

Aufgeben war niemals eine Option.

Kochen ist für mich mehr als ein Beruf

Für mich war Kochen nie einfach nur Arbeit.

Mit Kochen verbinde ich…

…Leidenschaft

…Kreativität

…Emotionen

…Freiheit

Kochen bedeutet Menschen mit einem Gericht zu berühren.

Mit einfachen Produkten etwas Besonderes zu schaffen.

Erinnerungen zu erzeugen.

Genau deshalb liebe ich diesen Beruf; trotz aller Herausforderungen.

Würde ich mich wieder für diesen Beruf entscheiden?

Ganz ehrlich? – Ich weiß es nicht.

Ich liebe das Kochen.

Liebe es kreativ zu sein.

Liebe es Menschen glücklich zu machen und zu begeistern.

Die Gastronomie hat mir Stärke gegeben und mich zu dem gemacht, was ich heute bin.

Sie hat mir gezeigt, wie viel in mir steckt und mir Momente geschenkt, auf die ich immer stolz sein werde.

Aber, und da bin ich ganz ehrlich – manchmal vermisse ein „normales“ Leben.

Geregelte Arbeitszeiten, freie Wochenende und Feiertage, gemeinsame Abende mit der Familie.

Manchmal denke ich, ich könnte es auf jeden Fall einfacher haben.

Ob ich dann jedoch genau so viel Spaß und Freude an der Arbeit hätte, ist fraglich.

Vermutlich würde ich mich wieder für diesen Beruf entscheiden.

Man sollte das tun, was man liebt, nur dann kann man wirklich erfolgreich und glücklich sein – auch wenn das nicht jeden Tag so ist.

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