Wo meine persönlichen Grenzen liegen? – Ich weiß es nicht.
Vielleicht, weil ich sie selbst immer wieder verschiebe.
Vielleicht aber auch, weil ich sie nicht immer ganz genau kenne.
Vielleicht weil ich gelernt habe, über Grenzen hinauszugehen.
In meiner Laufbahn als Köchin gab es unzählige Momente, in denen ich dachte:
„Bis hierhin und nicht weiter.“
Aber…
Jedes Mal kam irgendwann ein neuer Tag, eine neue Herausforderung oder ein neues Ziel, das mich eines Besseren belehrt hat.
Grenzen sind verschiebbar.“
Wachstum beginnt dort, wo es unbequem wird
Die größten Entwicklungsschritte in meinem Leben haben immer dann stattgefunden, wenn ich mich außerhalb meiner Komfortzone bewegt habe.
Nicht dann, wenn alles leicht war.
Sondern dann, wenn ich müde war.
Wenn ich gezweifelt habe.
Wenn ich Angst hatte zu scheitern.
Genau in diesen Momenten habe ich am meisten über mich gelernt.
Vor allem habe ich gelernt, dass ich viel stärker bin und viel mehr leisten kann, als ich früher von mir dachte.
Oft sind es nicht die tatsächlichen Grenzen, die uns aufhalten.
Sondern die Grenzen, die wir uns selbst setzen.
Der Ehrgeiz, mehr zu wollen
Mein Ziel war es schon immer, in dem was ich tue, so richtig gut zu sein.
Das hat sich auch mit der Ausbildung zur Köchin nicht geändert – ich wollte immer mehr als die anderen.
Mehr lernen.
Mehr verstehen.
Mehr erleben.
Mehr erreichen.
Hinzu kamen Wettbewerbe, neue Betriebe, neue Herausforderungen und immer höhere Ansprüche an mich selbst – immer mit dem Fokus mir selbst neue Grenzen zu setzten bzw. meine Grenzen voll auszuloten.
Jedes Mal fragte ich mich:
„Kann ich das wirklich schaffen?“
Und oft lautete die ehrliche Antwort: „Ich weiß es nicht.“
Aber ich habe es trotzdem versucht – aufgeben gab es nicht und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Zwischen Leidenschaft und Belastung
Natürlich gibt es Tage, an denen auch ich an meine Grenzen komme.
Tage, an denen die Energie fehlt.
Tage, an denen der Kopf sagt: „Heute reicht es.“
Tage, an denen ich keine Lust habe.
Tage, an denen ich mir wünschte, ich hätte einen anderen Beruf gelernt.
Tage, an denen ich mich am liebsten ins Bett verkriechen würde.
Doch genau an diesen Tagen zeigt sich für mich, wie groß die Leidenschaft für diesen Beruf wirklich ist.
Nicht, weil man sich kaputt arbeitet – wobei man oft nah an dieser Grenze dran ist.
Sondern weil man bereit ist, für seine Ziele mehr zu investieren, als ursprünglich bequem wäre. Mehr zu investieren als manch andere und somit Ziele zu erreichen, von denen andere träumen.
Die schönsten Momente liegen hinter der Grenze
Wenn ich auf meine bisherigen Erfolge zurückblicke, fällt mir etwas auf:
Keiner davon ist innerhalb meiner Komfortzone entstanden.
Nicht die Zeit in der Sternegastronomie.
Nicht die Wettbewerbe.
Nicht die Erfahrungen mit der Jugend-Köchenationalmannschaft.
Nicht die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben haben.
All diese Momente entstanden, weil ich bereit war, etwas zu wagen.
Weil ich bereit war, an mir selbst zu zweifeln und trotzdem weiterzugehen.
Weil ich bereit war alles zu geben, auch wenn ich eigentlich schon völlig kaputt war.
Weil ich bereit war, immer einen Schritt mehr zu gehen.
Weil ich bereit war, für meine Träume zu kämpfen.
Vielleicht gibt es keine festen Grenzen
Heute glaube ich, dass persönliche Grenzen nichts Starres sind.
Sie verändern sich.
Mit jeder Erfahrung.
Mit jedem Erfolg.
Mit jedem Rückschlag.
Was gestern noch unmöglich erschien, ist heute vielleicht selbstverständlich.
Und was heute unerreichbar wirkt, könnte morgen schon Realität sein.
Deshalb höre ich nicht auf, mich herauszufordern.
Nicht weil ich beweisen möchte, wie stark ich bin. Das bin ich nämlich.
Sondern weil ich neugierig darauf bin, was noch alles möglich ist.
Mein Fazit
Ich kenne meine Grenzen nicht immer.
Vielleicht ist genau das, aber auch gut so.
Denn die schönsten Erfahrungen meines Lebens haben oft dort begonnen, wo ich dachte, dass ich es nicht schaffe.
Deshalb werde ich auch in Zukunft neue Wege gehen, Risiken eingehen und mich immer wieder selbst herausfordern.
Wachstum beginnt selten dort, wo wir uns sicher fühlen.
Es beginnt dort, wo wir den Mut haben, einen Schritt weiterzugehen.


Schreibe einen Kommentar