„Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“
Auch wenn die Redewendung schon sehr alt ist, liegt in ihr ein großes Stück Wahrheit.
Restaurant Gutsschenke – 01.09.2017
Als wäre es gestern gewesen, erinnere ich mich noch sehr gut an meinen ersten Arbeitstag in der Küche.
Während um mich herum alles eingespielt und routiniert wirkte, hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung von dem, was ich da tat.
Ich hatte das Gefühl mehr im Weg zu stehen, als wirklich hilfreich zu sein.
Als erste Herausforderung mussten wir einen Teller, bestehend aus mindestens 15 Komponenten, in 20-facher Ausfertigung genauso anrichten, wie das vorgegebene Beispiel.
Man muss ehrlich sein; selbst die Fotos, die wir Schritt für Schritt gemacht hatten, um Orientierung zu haben, retteten uns nicht vor dem Scheitern.
Die Anfangsphase war sehr geprägt von sich täglich wiederholenden Aufgaben; sodass ich mir häufig die Frage stellte, was ich hier eigentlich machte.
Entwicklung
Mit der Zeit aber kam die Routine. Immer häufiger durfte ich größere und wichtigere Aufgaben übernehmen.
Aus Unsicherheit wurde Verständnis, aus Druck etwas, das mich antrieb.
Antrieb, jeden Tag die beste Version von mir selbst zu sein; jeden Tag 1% besser zu sein als am Tag zuvor.
Ja ich machte Fehler. Mal mehr mal weniger große. Aber Fehler gehören dazu; nur aus Fehler kann man lernen.
Was ich schnell lernte; die Gastronomie ist keine behütete Umgebung.
Von außen kaum sichtbar: Lärm, Druck, Perfektion, Geschwindigkeit.
Jeden Tag wir von einem erwartet, dass man 100% gibt.
Die Küche verzeiht keine Unkonzentriertheit.
Mit der Zeit habe ich angefangen Abläufe und Aufgaben zu sehen. Aus geführtem Arbeiten wurde immer mehr ein selbstständiges Arbeiten.
Kochen wurde für mich mehr als nur Arbeit. Es wurde zur absoluten Leidenschaft.
Nicht von heute auf morgen. Sondern Schritt für Schritt.
Ich merkte, wie sehr ich danach eiferte besser zu werden.
Wie sehr es mich erfüllte, wenn die Gerichte perfekt waren, wenn alles funktioniert hat und der Gast zufrieden war.
Auch wenn es zu Beginn nicht immer leicht war, hat mich dich Küche sehr geprägt und zu dem Menschen gemacht der ich heute bin.
Disziplin. Ehrgeiz. Durchhaltevermögen. Kreativität.
Das besondere am Beruf Köchin – man wächst mit jeder Herausforderung; wenn man bereit ist dranzubleiben.
Im Gegensatz zu vielen anderen kann ich behaupten, dass ich heute tue, was ich liebe.
Und ein Sprichwort besagt: „Wenn man liebt, was man tut, wird man nie wieder in seinem Leben arbeiten müssen.“


Schreibe einen Kommentar